dresden-blog.com Alle Informationen rund um Dresden

Grüne Transformation könnte in Kolumbien Hunderttausende neue Arbeitsplätze schaffen

Click to rate this post!
[Total: 0 Average: 0]

Der Umbau Kolumbiens hin zu einer CO₂-ärmeren und stärker naturbasierten Wirtschaft könnte in den kommenden Jahren erhebliche Beschäftigungseffekte auslösen. Nach einer Analyse des World Resources Institute (WRI) könnten allein in der Agrarwirtschaft und im Naturtourismus bis 2035 rund 775.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Kolumbien verfügt aufgrund seiner hohen biologischen Vielfalt über besondere Voraussetzungen für den Ausbau nachhaltiger Wirtschaftszweige. Potenzial sieht das WRI unter anderem im Ökotourismus, in der Bioökonomie, in der regenerativen Landwirtschaft und bei nachhaltigen Exportprodukten. Damit diese Möglichkeiten tatsächlich zu zusätzlicher Beschäftigung führen, seien jedoch Investitionen in Qualifizierung, regionale Wirtschaftsentwicklung und formelle Arbeitsplätze erforderlich.

**Klimaresiliente Wirtschaft als globaler Jobmotor**

Auch weltweit könnte der Übergang zu einer klimaresilienten Wirtschaft erhebliche Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Nach Angaben des WRI könnten dadurch rund 375 Millionen Arbeitsplätze entstehen. Etwa 280 Millionen davon entfallen auf Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Besonders große Beschäftigungspotenziale sieht das Institut bei naturbasierten Lösungen und in der regenerativen Landwirtschaft. Auf diese Bereiche könnten weltweit rund 195 Millionen Arbeitsplätze entfallen.

In Kolumbien wurden bereits umfangreiche Investitionsmöglichkeiten identifiziert. Nach Angaben des WRI sieht die Regierung ein Potenzial von mehr als 32 Milliarden US-Dollar in Bereichen wie erneuerbare Energien, Schutz von Ökosystemen und nachhaltige Landwirtschaft.

**Informelle Beschäftigung bleibt große Herausforderung**

Die Transformation trifft allerdings auf einen Arbeitsmarkt mit strukturellen Problemen. Im Juni 2026 waren rund 55 Prozent der Beschäftigten in Kolumbien informell tätig. Damit arbeitet ein erheblicher Teil der Bevölkerung außerhalb regulärer Beschäftigungsverhältnisse.

Hinzu kommen deutliche Unterschiede bei der Erwerbsbeteiligung. Während diese bei Männern bei rund 76 Prozent lag, erreichte sie bei Frauen lediglich etwa 54 Prozent. Gleichzeitig betrug die Jugendarbeitslosigkeit rund 15 Prozent.

Der Wandel zu einer klimaverträglicheren Wirtschaft betrifft zudem nicht nur neu entstehende Arbeitsplätze. Nach einer weiteren Schätzung sind rund 4,7 Millionen Beschäftigte beziehungsweise 22,6 Prozent der derzeitigen Erwerbsbevölkerung direkt von der Transformation betroffen. Neben neuen Berufsbildern geht es dabei vor allem um bestehende Tätigkeiten, für die künftig zusätzliche Fähigkeiten und Qualifikationen erforderlich sein werden.

**Weiterbildung soll Transformation unterstützen**

Das WRI sieht deshalb einen erheblichen Bedarf an beruflicher Weiterbildung. Empfohlen werden unter anderem flexible Qualifizierungsangebote sowie eine bessere Anerkennung bereits vorhandener beruflicher Kompetenzen. Dadurch sollen Beschäftigte leichter in neue oder veränderte Tätigkeitsfelder wechseln können.

Auch kleine und mittlere Unternehmen spielen bei der Transformation eine wichtige Rolle. Finanzielle Anreize könnten ihnen dabei helfen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und bestehende Beschäftigungsverhältnisse stärker zu formalisieren.

Darüber hinaus empfiehlt das WRI, öffentliche Infrastruktur- und Klimainvestitionen stärker mit regionaler Beschäftigungspolitik zu verbinden. Investitionsprojekte könnten so nicht nur zum Klima- und Naturschutz beitragen, sondern gleichzeitig lokale Arbeitsplätze schaffen und die berufliche Qualifizierung fördern.

Für Kolumbien eröffnet der Übergang zu einer naturbasierten und klimaresilienten Wirtschaft damit erhebliche wirtschaftliche Chancen. Entscheidend wird sein, Investitionen in nachhaltige Branchen mit Qualifizierung, formeller Beschäftigung und regionaler Entwicklung zu verbinden.

Kommentieren

von wpservice
dresden-blog.com Alle Informationen rund um Dresden

Archiv